Tiergestütztes Begleiten HBP

Frau Sage mit Pferd

 

Auch in der tiergestützten Begleitung steht die Beziehung zwischen Mensch und Tier im Mittelpunkt, sie ist Weg, Inhalt und Ziel zugleich. Da es in erster Linie um Vertrauensaufbau geht, sind Zeit und Geduld mitzubringen. Nach meiner Erfahrung dauert ein Prozess, bis er rund ist, ca. sieben Wochen. Die tiergestützte Begleitung kann mit dem eigenen Tier oder mit einem meiner Tiere geschehen. Wenn es um das Erkennen der eigenen Beziehungsmuster geht, sind Tiere aufrichtige Partner. Egal was wir als Menschen mitbringen, Tiere beurteilen und verurteilen nicht. Schon alleine das finde ich ist Grund genug um sie als Partner, Freund und Lehrer anzuerkennen. Diese wertfreie Akzeptanz ist gelebte Liebe und wirkt bereits heilsam. Ist es nicht das was wir uns am meisten vom Anderen wünschen und auch das was wir uns selbst am meisten verwehren? Selbstwertgefühl kann man nicht lernen, man muss es fühlen und erleben, so dass es im Herzen wachsen kann. Pferde und Hunde scheinen Meister darin zu sein uns ganz anzunehmen und dies durch Liebe und Zuwendung zu spiegeln. Auch andere Tiere sind Meister auf ihrem Gebiet. Ziegen können einem beim Verstehen der eigenen Zwiespältigkeit und beim Umgang mit Grenzen behilflich sein. Sie sind sehr inspirierend und bringen Humor an jeden Ort, wenn man bereit ist ihn einzulassen. Schafe, wie ich gerade selber lerne, sind die inkarnierte Sanftmut und Geduld. Das ist eine Stärke ihrer Art, sie spenden Zärtlichkeit und Trost. Meinem Hengst lernen sie gerade einen neuen Weg Grenzen zu setzen, friedvoll und sanft. Es machte mich traurig als ich diese zarte, sanfte Seite bei ihnen und gleichzeitig bei mir entdeckte und mir gleichzeitig bewusst wurde wie sehr dieser Wesenszug als Dummheit, Schwäche und Opferhaltung verstanden und unterdrückt wurde und wird, sowohl im Außen, wie in meinem Inneren. Es war sehr interessant und heilsam zu sehen, wie die Schafe auf ihre eigene Weise ganz selbstverständlich Teil der Herde wurden, die gesamte Herde, samt Hengst und auch mich und die Kinder in meiner Tagespflege mit ihrer bloßen Anwesenheit berührten. Ich glaube, dass jede Tierart wichtig und nötig ist um eben ganz auf ihre besondere Weise die Welt zu bereichern und zu vervollkommnen, genauso, wie jeder einzelne Mensch. Der Elefant grübelt nicht darüber nach, warum er kein Schmetterling ist, jedenfalls habe ich nichts dergleichen gehört. Wie schön wäre es wenn wir uns selbst auch so verstehen und annehmen könnten, dann wären wir mehr mit dem Entfalten als mit dem Machen beschäftigt.

 

An dieser Stelle möchte ich die Tiere, welche mit mir leben vorstellen. An erster Stelle meine beiden Hunde, welche mich und meine Familie seit vierzehn Jahren treu begleiten und die Kindertagespflege bereichern, meine beiden Pferde, seit zehn Jahren in meinem Leben, besitzen mit ihren Jahren immer noch all ihre Lebendigkeit, da die ersten Lebensjahre in freier Wildbahn in der Herde verbracht( Stute) und da noch Hengst ( was eine Bereicherung und Herausforderung darstellt). Meine zwei Ziegen sind seit neun Jahren bei mir und so unterschiedlich wie zwei nur sein können, aber entzückend und therapieerfahren und seit einem dreiviertel Jahr die vier wunderbaren Schafe, welche die Herde mit ihrer Friedfertigkeit und Liebe harmonisieren. Ich finde es wichtig, dass alle Tiere sich bei mir wohlfühlen, nicht nur körperlich gut versorgt sind, mit Futter und Wasser, sondern auch geistig und seelisch. Eine artgerechte Haltung ist für mich die Grundlage, darüber hinaus leben alle Tiere in großzügigem Rahmen, so dass sie möglichst selbstständig für Bewegung und Abwechslung sorgen können. Ich habe einen sehr engen Kontakt zu allen Tieren, ich lebe mit ihnen und sie mit mir, jedoch bin ich nicht der einzige Dreh - und Angelpunkt für sie. Pferde, Ziegen, Hunde und Schafe können zu fast allen Zeiten miteinander in Kontakt treten und das tun sie auch. Ich erlebe wirklich viel Schönes und beobachte, wie alle Tierarten sich gegenseitig respektieren und inspirieren können. Der Hengst lernt z. B. das Schmusen von Maul zu Maul und die Schafe versuchen sich zu wälzen, was ihnen noch nicht gelungen ist, aber Ihre Versuche mich zum Lachen bringen. Auch beim Fressverhalten auf der Koppel, welche ausreichend groß ist, ergänzen sich alle sehr gut, so dass der Bewuchs im Gleichgewicht bleibt. Alle Tiere haben auch ihren Rückzugsort und Zeiten der Ruhe. Meine Hunde haben gelernt die Ziegen und Schafe nicht zu jagen. Da unser Lebensraum ein friedlicher und harmonischer Ort zu sein scheint, bekommen wir auch vermehrt Besuch von Störchen, etlichen Füchsen, welche direkt neben den Schafen herumtollen, und die Schafe wiederkäuend entspannt belassen.

 

Nur wenn die Tiere selbst ausgeglichen und zufrieden sind, genügend Tier sein können, dann können sie uns Menschen hilfreich und mit Freude zur Seite stehen.

 

Kinder suchen den Kontakt zu Tieren, dass fördere ich mit Freude. Wenn Tiere nur zur Bespaßung oder als Mittel zum Zweck dienen, auch wenn er heilig ist, dann ist das nicht das was ich unterstütze und lebe. Ich betreibe deshalb keinen Streichelzoo, das wissen auch die Kinder und Eltern meiner Tagespflege. Ich biete auch kein Ponyreiten an, auch nicht, wenn ich mal eines besitzen sollte.

 

Das Heilpädagogische Begleiten mit dem Pferd

Ist, wie der Name schon sagt, eine geführte Begleitung von Heilung beim Menschen, eben mit dem Pferd. Diese Methode, kurz HBP genannt, wurde von Monika Brossard entwickelt, bei der ich die Ausbildung absolviert habe. Mit meiner persönlichen Art und Sicht zu Begleiten möchte ich heute darüber hinaus gehen, weil ich so meine Erfahrungen mit anderen Tieren einbringen und all meine Fähigkeiten der Wahrnehmung hinzufügen kann. Worauf ich in jedem Fall zurückgreife, sind die Sach - und Fachkunde der Tierarten und die pädagogische Vorbildung welche Monika Brossard auch zur Voraussetzung gemacht hat. Ein wesentlicher Teil der Ausbildung zur HBP-lerin, war der Teil der Selbsterfahrung, auf welchem ich heute ebenso aufbauen kann. Die Arbeit mit dem HBP findet in möglichst wöchentlich aufeinanderfolgenden Einheiten und immer nur mit einem Klienten statt. Nach Möglichkeit sollte ein Zeitraum von sieben Wochen dafür zur Verfügung stehen um einen Entwicklungszyklus zuzulassen. Vorab wird ein konkretes Ziel oder ein Wunsch festgelegt. Beim HBP geht es nicht um Reitunterricht sondern um die Begegnung zwischen Mensch und Pferd. Dabei ist die Begegnung auf Augenhöhe sehr wichtig. Das Sitzen, Liegen oder Reiten auf dem Pferd kann eine sinnvolle Methode oder ein Baustein auf dem gemeinsamen Weg sein. " Pferdeerfahrung" ist nicht nötig, jedoch Offenheit und Respekt.