Körper / Bewegung / Gesundheit

Wie bereits zu Anfang erwähnt, laden der Bruderhof und seine Umgebung, sowie die Tagespflegeräume selbst, geradezu ein, sich nach Draußen zu bewegen.

 

In unserem Körper wohnt die Seele, hier ist unser Fühlen zu Hause und hier machen wir unsere Grenzerfahrungen. Der Rhythmus von Bewegung und Ruhe, von Anspannung und Entspannung entsprechen dem Grundbedürfnis des menschlichen Organismus, wie z.B.beim Ein-und Ausatmen. Die Berücksichtigung der Grundbedürfnisse halte ich, gerade bei der Begleitung Heranwachsender, für wichtig. Gerade auch deshalb, gehört für mich der tägliche und ausgiebige Aufenthalt in der freien Natur, an frischer Luft zu einem wesentlichen Teil meiner täglichen Planung und Umsetzung. Die Wahrnehmung über die Haut, z.B. von Temperaturunterschieden, Licht, Wind und Nässe (frischer Tau auf der morgentlichen Wiese)sind Erfahrungen, welche auf Kinder sehr komplex wirken. Die Stärkung der Selbstwahrnehmung, körperlichen Konstitution und das Verständnis für Zusammenhänge finden hier auf natürliche Weise zusammen. Die ausgleichende Wirkung eines Waldspazierganges, gerade in Bezug auf Kinder mit Konzentrationsschwächen oder Störungen, sind heute vielfach erprobt und belegt. Sie entspricht auch meinen persönlichen Erfahrungen in der Arbeit als Erzieherin. Kinder erfahren vermehrt über das „ Anfassen „ den direkten Kontakt, möglichst mit allen Sinnen. Diese Wahrnehmung gilt es zu fördern, durch das Anbieten möglichst komplexre Sinnesreize. Kinder erkunden und verarbeiten viel über den Bewegungsapparat, da sie andere Ausdrucks-und Verarbeitungsformen erst entwickeln. So ist das Wandern, Spielen, Entdecken im Freien, mehr als Austoben an frischer Luft. Mit angemessener Kleidung werden wir täglich Neues entdecken und vertraute Plätze besuchen. Das kann ein Frühstück im Innenhof unter der alten Kastanie sein, der Besuch des Spielplatzes, eine Wanderung entlang des Storchenpfades oder zum Mühlenberg und Vieles andere mehr. Kinder wollen nicht „Spazierengehen“, einfach so, hinter allem bzw. vor allem muss eine sinnvolle begeisternde Idee stecken. So bekommen unsere Plätze bspw .geheime Namen, welche sich die Kinder ausdenken, wir gehen auf Schatzsuche, machen Picknick oder haben eine besondere Aufgabe, die wir gemeinsam erledigen wollen. Da das Leben einem immer die richtigen Dinge vor die Füße legt, finden sich alle Impulse spielerisch...

 

Nach aller Aktivität ist Entspannung angesagt, Mittagsruhe für Alle. Nach meiner Beobachtung und Erfahrung für alle Kinder bis etwa zum siebenten Lebensjahr, eine wichtige Zeit zum Sammeln, Beruhigen, Verarbeiten und Kräfte sammeln. Ein gesunder Schlaf-und Wachrhythmus, wobei eben der Rhythmus den gesunden Wechsel darstellt, sehe ich als eine wichtige Voraussetzung um innerlich und äußerlich in Balance zu bleiben bzw. zu kommen.

 

Im wöchentlichen Rhythmus gibt es ein Angebot, welches den Kindern bewusst und gezielt das Erlernen von Fertigkeiten im sportlichen Bereiche ermöglicht.z. B. der Umgang mit dem Ball, Wurftechniken, Balancieren ua. Gezielte Aufgabenstellungen sowie kleine Wettstreite in spielerischer Form, fördern das Körperbewusstsein und motivieren das Lernverhalten. Es fördert die Überwindung von Ängsten oder Blockaden. An dieser Stelle bekommt das Lob dann eine besondere Kraft.

 

Zur Gesundheit gehören das Essen und Trinken dazu. Wir essen gemeinsam und in ruhiger Atmosphäre. Obst und Gemüse sind gesund und stehen genauso wie Getränke( Tee, Saft, Wasser) zur ständigen Verfügung .Ein bewusstes achtsames Essen und Trinken halte ich für wichtig um ein Bewusstsein für Appetit und Verdauung und einen gesunden Rhythmus zu entwickeln zu können. Das Frühstück und das Mittagessen bekommen die Kinder in der Tagespflege. Das Frühstück bereite ich zu ebenso wie das Mittagessen. ( Näheres im Aufnahmegespräch)

 

Das auch Ulli und Pauli Hunger haben und gefüttert werden müssen, das erfahren die Kinder sozusagen gratis nebenbei, indem ich mit Ihnen darüber spreche und sie dabei zuschauen können.